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......und sonst

             

 

Sonntag, 15. Februar 2026
 Perikope 2
Sonntag vor der Passsionszeit
(Estomihi)

Woche vom 15.02.2026 – 21.02.2026

 

                            Der Predigttext für diesen Sonntag steht in

 

Lukas 18, 31 -43

Jesus nahm die Zwölf beiseite und sagte zu ihnen:
»Wir ziehen jetzt nach Jerusalem. Dort wird alles in Erfüllung gehen,
was die Propheten über den Menschensohn geschrieben haben:
Er wird an die Heiden ausgeliefert, die unser Land besetzen.
Er wird verspottet, misshandelt und angespuckt werden.
Sie werden ihn auspeitschen und töten.
Aber am dritten Tag wird er vom Tod auferstehen.«
Die Zwölf verstanden kein Wort. Der Sinn dieser Worte blieb ihnen verborgen.
Sie begriffen nicht, wovon er sprach.
Als Jesus in die Nähe von Jericho kam, saß ein Blinder am Weg und bettelte.
Er hörte, wie die Volksmenge an ihm vorbeiging, und fragte:
»Was ist denn los?«
Die Leute sagten zu ihm: »Jesus von Nazaret kommt gerade hier vorbei.«
Da rief er laut: »Jesus, du Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir!«
Die Leute, die vor Jesus hergingen, fuhren ihn an: »Sei still!«
Aber der Blinde schrie noch viel lauter: »Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir!«
Da blieb Jesus stehen und sagte: »Bringt ihn zu mir!«
Als der Blinde bei ihm war, fragte Jesus ihn:
»Was willst du? Was soll ich für dich tun?«
Der Blinde antwortete: »Herr, dass ich sehen kann!«
Jesus sagte zu ihm: »Du sollst sehen können! Dein Glaube hat dich gerettet.«
Sofort konnte er sehen. Er folgte Jesus und rühmte Gott.

Auch das ganze Volk, das alles miterlebt hatte, lobte Gott.
(Basisbibel)

Wer lieber hört:

Die Zwölf verstanden kein Wort. Der Sinn dieser Worte blieb
ihnen verborgen. Sie begriffen nicht, wovon er sprach.


Ich kann es nicht wirklich glauben; diese Menschen – die Jünger Jesu,
jeden Tag waren sie mit ihm zusammen unterwegs.
Sie waren dabei, wenn er im Tempel predigte; waren um ihn herum,
wenn sich die Menschenmenge unter seine Worte drängten.

Die Jünger erlebten nicht nur, wie Jesus Menschen heilte,
sie wurden durch ihn selbst bevollmächtigt und in die Lage versetzt,
zu helfen und zu heilen.

So steht es In Lukas 9, 1 – 6:

Er rief aber die Zwölf zusammen und gab ihnen Gewalt und Macht über
alle Dämonen und dass sie Krankheiten heilen konnten und sandte sie aus,
zu predigen das Reich Gottes und zu heilen die Kranken.
Und er sprach zu ihnen: Ihr sollt nichts mit auf den Weg nehmen,
weder Stab noch Tasche noch Brot noch Geld; es soll auch einer nicht z
wei Hemden haben. Und wo ihr in ein Haus geht, da bleibt und von dort zieht weiter.
Und wenn sie euch nicht aufnehmen, dann geht fort aus dieser Stadt und
schüttelt den Staub von euren Füßen zum Zeugnis gegen sie.
Und sie gingen hinaus und zogen von Dorf zu Dorf, predigten
das Evangelium und heilten an allen Orten.


Und diese Mannschaft verstand nichts von dem was Jesus ihnen
da mitteilte, wie sein irdisches Leben in der Erfüllung der Propheten
zu Ende gehen wird.
Ausgerechnet diese Männer bewundere und beneide ich doch so sehr.
Sie durften mit dem Menschen Jesus leben und erleben, wie er redete
und handelte.
Nirgendwo ist berichtet, dass sie Zweifel hatten, daran, dass Jesus
der Sohn Gottes war. Sie waren ihm freiwillig stehenden Fußes gefolgt,
weil sie ihm und seinen Worten vertrauten.

Unglaublicherweise verstanden sie auf einmal seine Worte nicht mehr.
Wenn Jesus lehrte und den Pharisäern und dem Volk die Schrift auslegte,
waren sie doch dabei.
Seine Botschaft war klar und deutlich:
Er, der Sohn Gottes, war in die Welt gekommen, um durch seinen Tod
den Menschen Erlösung und ewiges Leben bei Gott dem Vater zu bringen.


Und dann kam dieser Moment, als Jesus seine Jünger beiseite nahm.
Seine Worte waren nur für sie bestimmt, aber der Sinn darin blieb i
hnen verborgen.

Ich kann mich nur wiederholen – unbegreiflich für mich, die ich doch gerade
die Menschen so glühend beneide, die in direkter Lebensgemeinschaft
mit Jesus waren; eine Nähe ohne Zweifel und Übertragungen, so wie
es heute benannt wird: sie waren mittendrin, statt nur irgendwie dabei.

Jesus hatte es auch mit diesen direkten Nachfolgern an seiner Seite  nicht immer einfach.

Das macht die damaligen Jünger auch ein bischen sympathisch.
Sie waren eben auch in der Nähe Jesu Menschen, sowohl mit Gaben,
als auch mit Schwächen.
Und genau diese Jünger hatte Jesus selber ausgewählt, er wusste,
auf wen er sich da einließ.

Bemerkenswert ist, dass Jesus auf diese Verständnislosigkeit seiner Jünger
nicht weiter eingegangen ist.
Da wird nicht von Traurigkeit berichtet, es folgt keine weitere Belehrung
oder Verdeutlichung.
Jesus war an einem Punkt seines Auftrages angekommen, der keine
Verzögerung mehr duldete. Sein Weg führte unaufhaltsam nach Jerusalem,
dem Ort, an dem ihn Leid und Tod erwartet.

Auf diesen Weg nimmt er seine Jünger mit.
Und Jesus stellt ihre Nachfolge nicht in Frage,
straft ihre Unwissenheit nicht ab,
er entzieht ihnen nicht seine Liebe.

Ob ich verständiger bin, als die Jünger damals um Jesus herum,
bleibt dahingestellt, aber fest steht, dass es in der Nachfolge Jesu nicht
entscheidend ist, ob ich damals gelebt habe, oder heute lebe
– die Verbindung zu Jesus geschieht durch meinem Glauben
und mein Vertrauen.
Und durch meine Bekehrung zu ihm, und mein Zeugnis für ihn
ist mir Jesus nahe.

Die vor uns liegende Passionszeit bietet eine intensive Beschäftigung
mit dem Leidensweg Christi.
Bis Ostern gilt es in besonderer Weise der letzten Wochen Jesu,
den Verrat, die Verurteilung und schließlich die Kreuzigung, in Gedanken
und Gebeten, nachzuspüren.
Wenn Jesus zu seinen damaligen Jüngern sagte:

»Wir ziehen jetzt nach Jerusalem. Dort wird alles in Erfüllung gehen,
was die Propheten über den Menschensohn geschrieben haben

nimmt er auch mich heute mit auf diesen Weg.

Am Ende dieses Leidensweges Jesu steht mit seiner Auferstehung der Ostertag.
Und mit Ostern und der Auferstehung Jesu dürfen wir seine Verheißung
in Anspruch nehmen:

Siehe, ich mache alles neu! (Offenbarung 21, 5 )

(Heidi Taut)
 

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 n a c h l e s e n
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