Sonntag, 08. Februar 2026
Perikope 2
2. Sonntag vor der Passsionszeit
(Sexagesimae)
Woche vom 08.02.2026 – 14.02.2026
Der Predigttext für diesen Sonntag steht in
Hesekiel 2, 1 – 5 (6-7), 8 - 10 - Gott spricht zu Hesekiel
1Gott sagte zu mir: Du Mensch, stell dich auf deine Füße!
Ich habe dir etwas zu sagen.
2Während er mit mir redete, kam Gottes Geist in mich und stellte
mich auf meine Füße. Dann hörte ich ihn wieder reden.
Er sagte zu mir: Du Mensch, ich selbst sende dich zu den Israeliten,
zu diesem widerspenstigen Volk. Immer wieder haben sie sich mir widersetzt.
Schon ihre Vorfahren haben sich gegen mich aufgelehnt,
daran hat sich bis heute nichts geändert.
4Sie sind immer noch abweisend und hartherzig. Doch ich sende dich zu ihnen.
Du sollst zu ihnen sagen: »So spricht Gott, der Herr!«
5Dann können sie darauf hören oder auch nicht.
Selbst wenn sie widerspenstig bleiben, merken sie, dass ein Prophet mitten
unter ihnen war.
(6Du aber, Mensch, fürchte dich nicht vor den Israeliten!
Auch vor ihren Worten fürchte dich nicht. Sie werden dich verletzen wie
Disteln und Dornen, ja, du wirst unter Skorpionen wohnen.
Fürchte dich nicht vor ihren Worten und lass dich nicht von ihnen erschrecken.
Sie waren schon immer widerspenstig.
7Richte ihnen meine Worte aus, ob sie darauf hören oder nicht.
Du weißt ja, wie widerspenstig sie sind.)
Hesekiel isst eine Schriftrolle
8Weiter sagte Gott zu mir: Du aber, Mensch, hör, was ich dir sage!
Sei nicht so widerspenstig wie die, die sich mir widersetzen. Öffne deinen Mund
und iss, was ich dir geben werde.
9Da sah ich eine Hand, die zu mir ausgestreckt war. Sie hielt eine Schriftrolle
10und breitete sie vor mir aus. Die Schriftrolle war auf beiden Seiten beschrieben,
mit vielen Klagen, mit Ach und Weh.
(Basisbibel)
Wer lieber hört:
Auch bei dem heutigen Text staune ich wieder ein wenig neidisch über den direkten Kontakt,
den Gott mit Hesekiel sucht. Und ich bin neugierig, will wissen, wie es zu diesem Verhältnis
zwischen ihm und Gott gekommen ist und kann nicht anders, als auch das erste und dann
das dritte Kapitel des Buches Hesekiel noch zu lesen.
da geschah das Wort des Herrn zu Hesekiel, dem Sohn des Busi, dem Priester, i
m Lande der Chaldäer am Fluss Kebar. Dort kam die Hand des Herrn über ihn.
(Kapitel 1, 3-Lutherbibel)
Gott beruft den Propheten, indem er ihn zunächst sehen lässt, womit er es zu tun bekommt.
Mit diesem Ereignis überwältigt Gott Hesekiel aber nicht einfach so, denn
es heißt schon fast poetisch: das Wort geschah zu Hesekiel;
und: die Hand des Herrn kam über ihn.
Erst nachdem Hesekiel dieses Erleben hatte, findet er Worte dafür.
Wie der Regenbogen steht in den Wolken, wenn es geregnet hat, so glänzte es ringsumher.
So war die Herrlichkeit des Herrn anzusehen.
Und als ich sie gesehen hatte, fiel ich auf mein Angesicht und hörte einen reden.
(Kapitel 1, 28-Lutherbibel)
Wer Ohren hat zu hören, der höre! Im Mittelpunkt dieses Sonntags steht das Hören
auf Gottes Wort. Dieses Wort, so heißt es in der sonntäglichen Schriftlesung, ist
„lebendig und kräftig und schärfer als jedes zweischneidige Schwert“.
Wenn Gott mit seinem Volk sprechen wollte, brauchte er fast immer Propheten
- Menschen, die vermittelten.
Im Alten Testament wird auch oft beschrieben, wie sehr diese Propheten angefeindet wurden.
Offensichtlich waren die damaligen Israeliten nicht unbedingt schwerhörig, eher uneinsichtig
oder unwillig, bockig.
Wenn es ihnen gut ging, wollten sie ihr Leben selbst gestalten, wenn es ihnen schlecht ging,
machten sie Gott dafür verantwortlich und die Propheten mussten für die Menschen
zu Gott bitten und flehen.
Vorausschauend sagt Gott in Hesekiels Vision schon:
Sie sind immer noch abweisend und hartherzig. Doch ich sende dich zu ihnen.
Du sollst zu ihnen sagen: »So spricht Gott, der Herr!«
Dann können sie darauf hören oder auch nicht.
Das heißt, die Reaktion des israelitischen Volkes war nicht ausschlaggebend für die Botschaft;
keine Bedingung, diesen Auftrag Gottes auszuführen, es war mehr oder weniger ein Befehl.
Hesekiel wurde aber ausgestattet für diese heikle Mission.
Du Mensch, stell dich auf deine Füße! Ich habe dir etwas zu sagen.
Während er mit mir redete, kam Gottes Geist in mich und stellte
mich auf meine Füße. Dann hörte ich ihn wieder reden.
Und Gott bekräftigte noch einmal seinen Auftrag
ich selbst sende dich zu den Israeliten
und er bestärkt den Propheten
Fürchte dich nicht
Das sollte reichen ,denkt man.
Aber für Hesekiel geht es noch einen Schritt weiter, wie es im dritten Kapitel beschrieben ist.
Eine unglaubliche Aufforderung für den Propheten:
Öffne deinen Mund und iss, was ich dir geben werde.
Da sah ich eine Hand, die zu mir ausgestreckt war.
Sie hielt eine Schriftrolle( Verse 8b und 9)
Gott sagte zu mir: »Du Mensch, iss, was du da siehst.
ss diese Schriftrolle! Dann geh und rede zum Haus Israel.«
Ich öffnete meinen Mund, und er gab mir die Schriftrolle zu essen.
Dabei sagte er zu mir: »Du Mensch, iss und fülle deinen Bauch mit der Schriftrolle,
die ich dir gebe.«
Da aß ich sie, und sie schmeckte süß wie Honig.
(Kapitel 3, 1 – 3)
Für mich stellt sich das Hören auf Gottes Stimme hier ganz neu dar.
Hesekiel beschreibt es eindrücklich, dass Gottes Geist in ihn kam und
auf seine Füße stellte.
Es kommt auf meine innere und äußere Haltung vor Gott an.
Ich darf Gott beim Hören aufrecht entgegentreten, nicht wankelmütig, sondern,
mit festem Stand; darf mich ihm aufmerksam zuwenden und in die Erwartung kommen.
Ich darf Gottes Wort verinnerlichen, darf es mir einverleiben.
Und wenn mich Gottes Wort ganzheitlich ergriffen hat, lässt der Herr mich schmecken,
wie köstlich er mich damit segnet, süß wie Honig.
So, wie wir es uns beim Abendmahl zusprechen:
9Schmeckt und seht, wie gut der Herr ist!
Glücklich ist, wer bei ihm Zuflucht sucht. (Psalm 34, 9, Basisbibel)
(Heidi Taut)
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n a c h l e s e n
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