Sommerandachten
die kleine Alternative
11. Sonntag nach Trinitatis
16. August 2026
Woche vom 16.08.2026 – 22.08.2026
Der Predigttext für den Sonntag steht in
Lukas 18, 9 - 14
Einige der Leute waren davon überzeugt, dass sie gerecht
vor Gott lebten. Für die anderen hatten sie nur Verachtung übrig.
Ihnen erzählte Jesus dieses Gleichnis:
»Zwei Männer gingen zum Tempel, um zu beten.
Der eine war ein Pharisäer und der andere ein Zolleinnehmer.
Der Pharisäer stellte sich hin und betete leise:
›Gott, ich danke dir, dass ich nicht so bin wie die anderen Menschen –
kein Räuber, Betrüger, Ehebrecher oder Zolleinnehmer wie dieser hier.
An zwei Tagen in der Woche faste ich.
Und ich gebe sogar den zehnten Teil von allem, was ich kaufe.‹
Der Zolleinnehmer aber stand weit abseits.
Er traute sich nicht einmal, zum Himmel aufzublicken.
Er schlug sich auf die Brust und sagte:
›Gott, vergib mir! Ich weiß, dass ich ein Sünder bin.‹
Das sage ich euch:
Der Zolleinnehmer ging nach Hause und war nun vor Gott gerecht –
im Unterschied zu dem Pharisäer.
Denn wer sich selbst groß macht, wird von Gott niedrig und klein gemacht.
Aber wer sich selbst niedrig und klein macht, wird von Gott groß gemacht werden.«
(Basisbibel)
Wer lieber hört:
Wer möchte so sein, wie andere?
Kommt auf die Betrachtungsweise an.
Wenn der Blick auf die Reichen, Schönen und Mächtigen in Nah und Fern
geht, gibt es durchaus erwähnenswerte Vorteile.
Mehr Geld, ein größeres Auto. Vielleicht schöner, schlanker, begehrenswerter.
Ansehen und Einfluss.
Nach dem Gefühl von Habenwollen und ein wenig Neid, kommt die
Ernüchterung und die Sinnlosigkeit des Begehrens.
Da wenden wir uns doch lieber denen zu, denen wir uns überlegen fühlen;
die uns nicht das Wasser reichen können und denen wir unser
Bedauern schenken.
Da stehen wir also zwischen denen da oben und denen da unten.
Und jemanden in geselliger Runde zu loben ist nun einmal nicht so
unterhaltsam, wie ihn in kleinen Anekdoten lächerlich zu machen.
Beispiele erspare ich mir an dieser Stelle, weil jeder diese Unart kennt.
Jesus hat in seinem Gleichnis vom Pharisäer und dem Zolleinnehmer
diesen wunden Punkt zwischen Selbstgerechtigkeit und Scham angesprochen.
Der Pharisäer fühlt sich gerecht in seiner herausragenden Gesetzestreue
und hat auch keine Probleme, diese selbstgefällige Eigenwahrnehmung
vor Gott im Gebet auszusprechen, ja sogar noch zu betonen,
über welche Schurken er sich erhaben fühlt.
Der Zöllner schätzt sich da schon ehrlicher ein.
Er hat begriffen, dass er den Menschen Unrecht tut und fühlt sich in seiner
Schuld so klein, dass er nicht einmal den Blick nach oben richten will.
Aber er macht sich dieses Eingeständnis nicht irgendwo allein,
in seinem stillen Kämmerlein.
Mit seiner Bitte um Vergebung geht der Zöllner in das Haus Gottes,
dahin, wo auch andere Menschen die Gegenwart Gottes suchen.
Ein Ort wo er nicht gern gesehen wird, weil er eben nicht so
gut und treu ist, wie der anwesende Pharisäer.
Das sage ich euch:
Der Zolleinnehmer ging nach Hause und war nun vor Gott gerecht –
im Unterschied zu dem Pharisäer.
Denn wer sich selbst groß macht, wird von Gott niedrig und klein gemacht.
Aber wer sich selbst niedrig und klein macht, wird von Gott groß gemacht werden.«
Im Glauben gibt es bei Jesus nicht die Option, auf meinen Nächsten
herabzuschauen.
Die Aufgabe in meiner persönlichen Nachfolge ist es, unter anderem,
meinem Herrn in der Stille zu begegnen und mich von ihm täglich neu
auf den Weg der Demut und der Nächstenliebe führen zu lassen.
(Heidi Taut)
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Mach mich reiner, immer kleiner, gib mir Jesu treuen Sinn! Ref.: Mach mich reiner, immer kleiner, mach zufrieden Herr mein Herz! |
Mach mich reiner, immer kleiner, mach mein Herz zum Tempel Dir! Ref.: Mach mich reiner, immer kleiner, mach zufrieden Herr mein Herz! |
Mach mich reicher, Dir Herr, gleicher, reicher in der Lieb' und Gnad’. Ref.: Mach mich reiner, immer kleiner, mach zufrieden Herr mein Herz! |
(Text und Melodie Emanuel Gohle)
Diese Aufnahme wurde freundlicherweise von der Gemeinde Gottes Erlenbach zur Verfügung gestellt.
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n a c h l e s e n
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